Alceste


27
20
августа
21:00

Jahrhunderthalle Bochum
An der Jahrhunderthalle 1 44793 Bochum Germany
Alceste
Musiktheater / Neuinszenierung
ruhr3.com/alc

Die Nation trauert und fürchtet um die Sicherheit des Landes. Admetos, der geliebte König liegt im Sterben. Was nach seinem Tod geschehen wird, ist ungewiss. Gewiss ist, dass draußen feindliche Armeen und fremde Herrscher lauern. Als die Menschenmenge im Tempel einen letzten Versuch wagt, die Götter um Gnade anzuflehen, stellt das Orakel das Volk vor eine alles entscheidende Prüfung: Dem König wird Heilung versprochen, sollte sich jemand für ihn opfern. Wer ist bereit, sein Leben zu geben für das des Königs?

Mit „Alceste“ schuf Christoph Willibald Gluck 1767 auf der Basis der Tragödie von Euripides eine kompromisslose Komposition. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die spätbarocke Oper zu einem inhaltsleeren Spektakeln für virtuose Kastraten und Starsänger.

Gluck hingegen rückte das Drama ins Zentrum und gab dem Genre eine neue Schärfe und Verständlichkeit. Die Musik steht nun im Dienste des Dramas. Mehr als 100 Jahre nach Claudio Monteverdi war Christoph Willibald Gluck damit der zweite große Opern-Erneuerer in Europa. Glucks Reform-Opern sind Produkte der europäischen Aufklärung und entstanden in Zeiten großer gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. Das alte Regime näherte sich dem Ende, das Bürgertum gewann an Kraft und Einfluss. Gluck war einer der ersten Komponisten, der dem neuen bürgerlichen Selbstverständnis und Gefühl eine musikalische Stimme gab. Während in der Barockoper Götter und mythologische Helden im Zentrum stehen, wählt Gluck eine Frau von Fleisch und Blut als Protagonistin. Eine Frau, die frei über ihr Schicksal bestimmt.

Es war René Jacobs, der Johan Simons vorschlug, gemeinsam eine Neuinszenierung dieser selten gespielten italienischen Fassung von „Alceste“ zu realisieren. Der weltberühmte Barockdirigent, der im vergangenen Jahr bei der Ruhrtriennale mit großem Erfolg eine Aufführung von Haydns „Schöpfung“ dirigierte, findet manche Stellen aus Glucks hochdramatischer Oper sogar „noch besser als bei Euripides“. „Mit Worten lassen sich vielleicht nur 60 Prozent dessen sagen, was Alceste in ihrem Inneren fühlt“, so Jacobs, „aber zwischen den gesungenen Zeilen hat Gluck Orchestermotive eingebaut, die uns weit mehr über die Figur der Titelheldin sagen.“

Eine Produktion der Ruhrtriennale in Kooperation mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Foto Julian Röder / Ruhrtriennale

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